ZEITGENÖSSISCHE VORGESCHICHTEN – MÜTTER, VENUSSE, GÖTTINNEN
Das Vermächtnis der weiblichen Figuren aus der Vorgeschichte

13 - 15 September 2019 | MAMUZ Museum Mistelbach, Asparn an der Zaya

Das internationale Symposium bringt eine interdisziplinäre Gruppe von Forscherinnen und Künstlerinnen zusammen, um das Erbe prähistorischer Frauenfiguren zu erforschen und zu aktualisieren. Die zu diskutierenden Forschungslinien sind folgende: Deckt der im 19. Jahrhundert geprägte Begriff der „Vorgeschichte“ eine vorzugsweise weibliche Geschichte ab? Wie beeinflusst und formt archäologische Forschung und Funde die moderne und zeitgenössische Selbstwahrnehmung der europäischen Kulturen und des Geschlechts im Allgemeinen? Welche Art von Identifikation und Desidentifikation kann aus diesen Funden aufgebaut werden? Wie überschneidet sich die Bildarchäologie mit künstlerischer Produktion, Fantasie und Politik? Sind die weiblichen Figuren in der Lage, die Position der zeitgenössischen Frauen in der Region, in der sie gefunden wurden, zu stärken? Welche Hoffnungen und Projektionen treffen diese Figuren? Erlauben sie uns, eine neue Geschichte über uns selbst zu erschaffen?

Mit
Walpurga Antl-Weiser, Valeska Becker, Ute Burkhardt-Bodenwinkler, Claudine Cohen, Ida-Marie Corell, Hermann Dikowitsch, Heide Göttner-Abendroth, Federica Matta, Angela Melitopoulos, Christine Neugebauer-Maresch, Franz Pieler, Ebadur Rahman, Katharina Rebay-Salisbury, Elisabeth von Samsonow, Aranzatzu Saratxaga, Romana Schuler, Maria Stavrinaki, Felicitas Thun-Hohenstein

 

Vorläufiges Programm:

13.SEPTEMBER

10.00 Begrüßungsrede Franz Pieler, Direktor des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Asparn an der Zaya und Leiter der Abteilung für Archäologie bei der Niederösterreichischen Landesregierung.

Teil I

Moderation: Walpurga Antl-Weiser (Naturhistorisches Museum Wien)

10.30 Uhr Elisabeth von Samsonow (Akademie der bildenden Künste Wien): Auftrag von Unten. Die Vergegenwärtigung bedeutender Funde in Niederösterreich. Ein transdisziplinärer Forschungsentwurf

11.45 Uhr Claudine Cohen (École de hautes études en sciences sociales Paris)

13.00 Uhr Le Théatre des Imaginaires. Ein Film von Federica Matta (Paris)


Teil II

Moderation: Franz Pieler

14.30 Uhr Katharina Rebay-Salisbury (Universität Wien): A neolithische Kindheit (A Neolithic Childhood)

15.45 Uhr Valeska Becker (Universität Münster): Fruchtbarkeit und Tod. Zur Interpretation weiblicher Figurinen der Jungsteinzeit

17.00 Uhr Goddesses’ Get-Together with Stefania Pia, DJane Naples

Präsentation des ersten Göttinnen-Buches: Die Venus von Willendorf

 

14. SEPTEMBER

Teil III

Moderation: Angela Melitopoulos (Königlich Dänische Akademie der Schönen Künste)

10.00 Uhr Walpurga Antl-Weiser (Naturhistorisches Museum Wien): Venus von Willendorf

11.15 Uhr Maria Stavrinaki (Université Paris 1): Ein monstruöser Ursprung: Die Techniken der Kunstgeschichte zur Normalisierung der paläolithischen Kunst

12.30 Uhr Goddesses on Tour. Ein Film von Ebadur Rahman (Akademie der Bildenden Künste Wien)


Teil IV

Moderation: Elisabeth von Samsonow (Akademie der Bildenden Künste, Wien)

14:30 Uhr Performance by Ida- Marie Corell: Plastic and Water Concerto for Piano and Voice

(Berlin/ Obermarkersdorf)

15:00 Uhr Heide Göttner-Abendroth (HAGIA International Academy): Matriarchatsforschung – Kulturgeschichte – Politik. Was hat das miteinander zu tun?

16.15 Projektvorstellung / Film Angela Melitopoulos (The Royal Danish Academy of Fine Arts): Projektpräsentation: Matri- Linear B

19.00 Uhr Führung durch das Museum für Ur-und Frühgeschichte Asparn an der Zaya durch den Direktor Dr.Franz Pieler, anschließend Empfang im Wappensaal

 

15. SEPTEMBER

Teil V

Moderation: Felicitas Thun-Hohenstein (Akademie der Bildenden Künste, Wien)

10.00 Uhr Romana Schuler: Interviews mit Frauen am Land. Ein Erfahrungsbericht

10:45 Uhr Ebadur Rahman (Akademie der bildenden Künste Wien): Die stumme Matrix von sieben göttlichen Müttern

11:30 Uhr Aranzatzu Saratxaga (Akademie der bildenden Künste Wien): Hermeneutik Venus-Phylum-Figurinen I. Mütterlich demarkierte Zeichen: Das Pharmakon des Matrixialen

12:00 Uhr Christine Neugebauer-Maresch (Institut für Orientalische und Europäische Archäologie, Wien) Fanny vom Galgenberg

12.45 Uhr Ute Burkhardt-Bodenwinkler (Akademie der bildenden Künste Wien): Non-Space. Die Idee eines digitalen Datensatzes für einen Popup-Tempel – ein Vorschlag für Niederösterreich

Collage by Ida-Marie Corell – Athen, 2017