Ein kollaterales Projekt der Vienna Biennale for Change 2021
Climate Care – Planet Love

Im Sommer gründete eine Gruppe von KünstlerInnen und Kulturschaffenden im Pulkautal das vier Hektar umfassende „Land der Göttinnen“. Es handelt sich um biodiverses Land mit Weingärten, Wäldern, verbuschter Fläche, Ödland und Brachen. Dieses Land wird für THE DISSIDENT GODDESSES‘ NETWORK – ein Forschungsprojekt an der Akademie der bildenden Künste – als Labor für eine Untersuchung im Sinne zeitgenössischer Eco Art genutzt.

Eine große mongolische Jurte auf dem Toten Mann, einer paläolithischen Stätte bei Alberndorf NÖ, dient als in-situ-Parlament für Begegnungen, Projekte, story telling und Community Teaching. Das Ziel ist die Moderation der Maßnahmen, die ergriffen werden, um dem Klimawandel gegenzusteuern: gezielte Pflanzungen, Wassersuche, Humusverbesserung. Die Vermehrung und Verdichtung von green matter wird angestrebt, bei gleichzeitiger höchstmöglicher Diversifizierung der Flora, ebenso die Schaffung von Wasserflächen durch kluge Nutzung unterirdischer Wasserreserven und die sanfte (Re)Kultivierung oder Mithilfe bei der Verwilderung, etwa durch Vermehrung von wildwachsenden Sorten. GesprächspartnerInnen sind Bauern, Jäger, Rebschulinhaber, Hydologen, Geologen, Ökologen, Philosophen, Soziologen, Biologen. Diese Ereignisse verschränken unterschiedliche Wissensplateaus: situated knowledge wird zu einem Begriff für einen Knotenpunkt, der das auf das Land durch Praxis und Beobachtung bezogene Wissen mit wissenschaftlichen und künstlerischen Argumenten verbindet. In dem Masse, in dem diese Verschränkung stattfindet, wird das Land dem Zugriff durch nicht-verortete, zentralistische, nur markt- und kapitalorientierten „objektivierten“ Regulationen entzogen. Das Land wird so zum Non-Environment, es wird zum psycho-physischen Partner in einer sympoetischen Matrix, zum Göttinnenland.

Aus diesem Grund umfasst das Programm des kollateralen Projektes im Sinne einer mehrdimensionalen Ökologie storytelling, Kunst und Gastmähler ebenso wie Humus-workshops, das Wassersuchen und Brunnenbohren und die Vorträge von Expertinnen.

MIT

Das Holundergedicht (Performancegruppe Hadres), Bernhard Schmid (Rebschule Schmid) und die Wassergruppe Hadres, Jägerschaft Alberndorf Robert Diem und Karl Koran, Permakulturbauern Heinrich Ledebur und Franz North Hadres, Renate Ganser (Kräuterspezialistin), Omnia Sabry (artist, Kairo), Barbara Glowczewski (Anthropologistin, Paris), ZONKEY mit Learning to speak with Earth – Angela Melitopoulos (Videokünstlerin und Aktivistin) und Kerstin Schroedinger (Künstlerin), Roman Wittmann (Postbote und Geologe), Elisabeth von Samsonow (Künstlerin und Aktivistin) u.a.