Ein Projekt in drei Phasen:
Die Entzündung der Phantasie – Die Erde lesen – Die Epiphanie der Göttin

THE DISSIDENT GODDESSES’ NETWORK ist ein an der Akademie der bildenden Künste Wien angesiedeltes Projekt im Zusammenwirken von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen. Ausgehend von einer Beschäftigung mit den niederösterreichischen Venus-Funden in einem interdisziplinären Kontext stellt sich THE DISSIDENT GODDESSES’ NETWORK der Herausforderung eines zukunftsweisenden ökologischen Denkens. Die Erde ist ein Speicher nicht nur im archäologischen Sinn, sondern auch als geo- und biologisches Archiv, welches heute zwischen Geochemie, Geophysik und Agrikultur profitorientiert aufgeteilt wird. Die Geschichte ist gebunden an das Fassungs- und Produktionsvermögen der Erde.

THE DISSIDENT GODDESSES’ NETWORK entwirft mit dem Begriff GÖTTIN eine ökologische Wende, die nicht nur technologisch gedacht ist, sondern Geist, Gesellschaft und Umwelt miteinander verschränkt. Wider eine bloß technokratische Forcierung der Energie- und Klimapolitik, die das Problem der ersten ökologischen Phase der neunzehnsiebziger Jahre gewesen war, arbeitet THE DISSIDENT GODDESSES’ NETWORK an den Konzepten und Erfindungen neuer Subjektivitäten: des Erd-Subjekts, des Göttin-Subjekts, des Natur-Subjekts.

Die von THE DISSIDENT GODDESSES’ NETWORK diskutierte und vorgeschlagene Ökosophie baut auf die philosophische, historische und künstlerische Figur der Göttin auf (als dea natura, natura naturans, dea materia, Dea Mater oder Demeter, anima mundi). Die Strukturen des Begehrens, die in der kapitalistischen Welt auf die industrielle Warenwelt fixiert worden waren, werden über die Göttin reformuliert mit dem Ziel, den Fokus gegenwärtiger Politik und Ökonomie magnetisch zu verschieben. (Elisabeth von Samsonow)

Rede von Kuratorin Felicitas Thun-Hohenstein

Eröffnung: Löss - Eine Frau in der Landschaft im NHM

In der Ausstellung Löss – Eine Frau in der Landschaft, die Sie ab Mittwoch, den 20. Mai, mit der Öffnung des Museums auch besuchen können, werden wir im Gefolge von Covid19 auf die Utopie eines Postanthropozäns hingewiesen, in dem sich das Morgen vom Heute unterscheiden könnte – und vor allem muss.

Wie Seiltänzer balancieren wir im Moment über dem Abgrund des Möglichen. Extreme müssen abgeschritten werden. – Diese Grammatik des Gehens verwandelt sich in Elisabeth Samsonows Kunstpraxis durch eine stetige, radikal experimentelle Methode des Zuweitgehens und Überschreitens in eine Form des Widerstands und in eine unmittelbare Methode, Geschichte zu entwickeln.

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CORONA STATEMENT

Elisabeth von Samsonow

The Dissident Goddesses‘ Network CORONA STATEMENT

Die gegenwärtige Krise ist eine Krise des Lebens. The Dissident Goddesses‘ Network kommentiert diesen Moment aus der Perspektive einer – nicht neuen – radikalen Forderung nach sozio-ökologischer Veränderung und Neuorientierung. Im gegenwärtigen Atemholen wird die Bedingtheit, Schönheit und Fragilität planetarer Existenz deutlich wie selten: das ist die Epiphanie von Gaia.  Dieser Text ist an uns alle gerichtet, die wir leben und überleben, das „Volk von Gaia“ (Bruno Latour), und er ist gewidmet allen, die an Covid-19 gestorben sind und sterben werden.

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To share with Kids – by Federica Matta

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